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Little Desert Runners Club

My Little Desert Runners Club for Namibia Mai 2017 – opening party today.

english version 146251914320160501Stage531058below.

Ich versuch es kurz zu machen. In einem Anfall von guter Laune hatte ich in einer TV Sendung Anfang der Woche meine Idee öffentlich gemacht und angefragt, ob jemand Lust hat nächstes Jahr mit auf einen großen Wüstenlauf zu kommen. Ich werde mein 10jähriges Wüstenultralaufjubiläum feiern. Danach explodierte mein fb Postfach. Ich kam abends vom Yogern nach Hause und normalerweise gehe ich nach Yoga direkt ins Bett. Diesmal habe ich über 2h lang Mails beantwortet. Vollkommen unverhofft und Hurra! Diese Woche habe ich mich dann mal drum gekümmert. Mit relevanten Partnern bundesweit über Promokooperationen gesprochen. Es wird einiges passieren. In HH noch eine der drei großen TV Talkshows genutzt (über die ich noch nicht sprechen darf – Ausstrahlung Juli) und mit Philipp Jordan ein Podcast für Fatboysrun gemacht. Bei einem anderen Podcast mit Philipp war diese Idee vor einem halben Jahr entstanden. Er wird mitlaufen und der Podcast wird unseren Desert Runners Club bis zur Finishline begleiten.

ABER was alle mehr interessiert: Was‘ los? Hier mein ganz persönlicher Aufruf an alle: Wer hat Lust mich vom 30.4 – 6.5.2017 in Namibia zu begleiten? Wir laufen 250km in einer der schönsten Wüsten dieser Welt – der Namib Desert. Wir laufen pro Tag knapp 40km plus eine lange Etappe 70/80km – dafür haben wir aber zwei Tage Zeit. Wir leben im Camp in Zelten. Morgens um 8.00 Uhr ist Start und bis ca 18.00 müssen alle im Ziel sein. Das heißt ihr habt bis zu 10h Zeit die Strecke von ca 40km zu meistern. Wir laufen in Selbstversorgung. Checkpoints gibt jeweils nach 10km. Dort gibt es frisches Wasser und einen Doc, falls benötigt. Die Temperaturen waren in diesem Jahr an den ersten Tagen recht übersichtlich mit ca 25°. Danach wurde es heißer. Ziel ist das Camp, das morgens während unserem Lauf abgebaut wird und am Ziel wieder aufgebaut ist. Mitmachen kann jeder im Alter von 21 – 70 Jahren. Einzelfälle, die davon abweichen, können besprochen werden. Voraussetzung ist Gesundheit und Lauferfahrung. Wobei ich in den letzten 10 Jahren genügend Teilnehmer habe finishen sehen, die vorher noch keinen Marathon gelaufen sind – aber regelmäßig trainiert haben.

lcP1Hl6Der „Little Desert Runners Club“ ist ein loser Zusammenschluss von Läufern, deren unabänderlicher Wille sie zu diesem Wahnsinn treibt. Ich bin keine Agentur, ich bin kein Reisebüro und schon garnicht der Veranstalter des Rennens. Ich bin 10 Jahre Wüsten gelaufen und nun ist der richtige Zeitpunkt etwas zu ändern. Viele haben mich über die Jahre angesprochen, dass sie die Wüstenläufe aufregend finden und gerne starten würden – aber sich nicht trauen. Das kenne ich gut – genau so ging es mir 2006 als ich das erste Mal Fotos von einem Lauf sah. Also machen wir was draus – gemeinsam. Ich habe gerade die fb Gruppe „Little Desert Runners Club“ gegründet. Dort werden wir über alle Themen dieses Wüstenlaufes kommunizieren. Ich stell‘ all mein Wissen zur Verfügung über Training, Equipment, Ernährung, Gesundheit/Trinken in der Wüste/Blasen an den Füßen oder Gamaschen gegen den Sand. Ich kann aber bestimmte Dinge nicht leisten… wie Trainingspläne schreiben oder mehr. Ich werde selber in Namibia laufen. Ob sich Teams finden werden, sehen wir. Jeder kann solo laufen. Teams müssen bei dem Rennen gemeinsam als Gruppe starten, laufen, ankommen. Das Rennen wird von www.4deserts.com organisiert. Heißt Sahara Race 😉 in Namibia, da es im Moment in Nordafrika aus Sicherheitsgründen nicht stattfinden kann. Namibia ist sicher: kein Terror, kein Gelbfieber… kein Stress. Neben ein wenig Erfahrung und großer Lust und Willen bedarf es einiger Notwendigkeiten: Ihr braucht vor dem Start die schriftl. Bestätigung eines Arztes, dass ihr gesund seid. Bitte beachtet die Regularien auf der Seite bei 4deserts. Ich bin oft mit ihnen gestartet und wie einige auch wissen, bin ich der Repräsentant für den deutschsprachigen Raum für 4deserts. Es ist lt. TIME Magazin die erfolgreichste 146251849420160501Stage530912Wüstenlaufserie der Welt mit 5 Rennen pro Jahr in versch. Wüsten der Welt. Schaut euch bitte auch die Kosten genau an. Wie z.b. auch beim Marathon des Sables sind bei 4deserts relativ hohe Startgebühren fällig. Sicherheit, Logistik, ärztliche Versorgung in der Wüste sind sehr aufwendig – Personal nicht vorhanden und muss eingeflogen werden. Die Startgebühr beträgt 3.290,- € ( Umrechnung Stand heute bei US $ 3.700,- Startgeld). Hotel vorher/nachher und alles andere ist darin enthalten. Der Flug ist on top. Frankfurt – Windhuk gibt es mit einem Stop over ab € 530,-.

So! liebe Leute …genau so war es bei mir in 2006 als ich beschlossen hatte den Marathon des Sables 2007 zu starten. Vor lauter Schreck über meinen mutigen Entschluss bin ich eine Woche später den Röntgenlauf als ersten Ultra meines Lebens gelaufen. Nach all den Infos – wer jetzt immer noch dabei ist, meldet sich und kommt rüber in die Gruppe. Vieles ist noch nicht ganz fertig konzipiert, was auch schön so ist, aber ich hab jetzt schon mächtig viel Spaß an dem kleinen Club. Ich freu‘ mich …und ich freu’mich gern.

 

engl version…that‘s too long to translate…At the beginning of the week I announced at a TV show, that I will build up a team for Namibia May 2017. This race will be my next one and my 10 years anniversary in ultra-distance races in the desert. We are joining the Sahara Race of the 4desert series www.4desert.com . Meanwhile the response in Germany is so terrific that I established the „little desert runners club“ to get all the runners together in one group – can be found in fb under “little desert runners club”. Most of the members will be German speaking runners from Germany, Austria and Switzerland but everybody is welcomed. If you are interested in the group join us or write me an email. To get more information about the 4desert races visit the website www.4deserts.com or contact the local representative of the agency in your country.

Tausend und eine Nacht und noch mehr Freundschaft

Hier schon mal vorab ein Kurzbericht über das Rennen im Iran, ein ausführlicher Bericht wird folgen.

Schon mal 180 Kilometer bei 55° gelaufen? Ich bin auf dem Weg zurück vom ISRU Race. Fakten: Iranian Silk Road Ultramarathon im Iran entlang der historischen persischen Seidenstraße. Strecke: 180 oder 250 Kilometer in 5 Etappen in der Lut Wüste. Wir haben IMG_5074 (2)vorsommerliche 55° in der Luft und 65° am Boden, auf dem wir schlafen. Gummibärchen schmelzen, Kameras und Fotoapparate schalten sich ab, meine Einlegesohlen lösen sich in ihre einzelnen Bestandteile auf. Ich mich auch. So in etwa war es geplant. Das Rennen am heißesten Ort der Erde – Weltrekordtemperatur letztes Jahr 70,7°. Wir trinken zwölf Liter Wasser am Tag…oder mehr. Tee kann ohne Kocher zubereitet werden. Teebeutel einfach rein ins Wasser – fertig. Alles heiß. Ab und an gibt es kaltes Wasser aus einem Kühlwagen, der irgendwo außerhalb der Wüste auf einer Straße steht. Kommt eine Ladung mit einem Geländewagen an spricht sich das in Sekunden rum und alle rennen los zum Hospitalzelt: Wasserausgabe! Kalt! Das Rennen ist eine Erstausgabe. Vom Veranstalter perfekt organisiert und die freundlichste Local-Crew, die man sich vorstellen kann. Es hat alle Voraussetzungen ein Klassiker in dieser Szene zu werden. Ich hasse Rankings aber schon jetzt eins der härtesten Rennen in dieser Welt. Mohamad Ahansal, der mit seinem Bruder Lahcen der beste Wüstenläufer aller Zeiten ist, startet die 250 Kilometer Variante. Ich die „kurze“ mit 180 Kilometern, da mein Knie seit dem Rennen in Sri Lanka vor acht Wochen nicht heile wurde und ich auch nicht wirklich trainieren konnte.

5I3H0526Mohamad und ich kennen uns seit genau zehn Jahren. Ich bin meinen ersten Wüstenlauf in seiner Heimat Zagora/Marokko gestartet. Er war mit seinem Bruder Veranstalter des Rennens. Wir trafen uns immer wieder seit dem – zuletzt im Dezember hier bei mir. Das Rennen ist hart und wenn Mohamad als Sohn der Wüste den iranischen Medien berichtet, dass die Hitze enorme Probleme bereitet, dann will ich gar nicht erst davon anfangen. Mohamad gewinnt natürlich die 250 Kilometer Variante und ich etwas unerwartet die 180 Kilometer Version. Den einmaligen Versuch dem Chef in der Wüste zu folgen, musste ich allerdings nach 20 Minuten abbrechen, sonst wäre der Tag für mich vorbei gewesen. Andere Liga des Laufens oder besser gleich: anderes Universum.

IMG_5243 (2)Er kommt gerade aus seinem Trainingslager in Marokko, wo er interessierte Läufer für die Wüste trainiert. Eine hervorragende Idee, wenn man sich dem Thema Wüstenlauf nähern will. Infos unter www.ahansal.com. Ich treffe einige Läufer aus dem Libanon hier im Iran. Irgendwie hat es die Runde gemacht, dass ich im November den Beirut Marathon laufen werde. Imad und Moustafa lerne ich kennen und die Einladungen stehen: My house is your house! Wahrscheinlich werde ich mit leckerem orientalischen Essen bis oben abgefüllt an einem Sonntagmorgen im November an der Startlinie in Beirut stehen. Gastfreundschaft geht vor guter Marathonzeit . Selbstverständlich! Hier und an allen Orten dieser Welt gilt: Laufen ist mehr als…Laufen!

Der ISRU ist die erste Sportveranstaltung seit 38 Jahren im Iran bei der Frauen und Männer gemeinsam starten. Wir lernen gleich zu Anfang Mahsa Torabi aus Teheran kennen. Sie ist zwei Wochen vor diesem Lauf den ersten internationalen Marathon in Shiraz gelaufen. Das erste Mal, dass im Iran eine Frau startete – wenn auch drei Stunden vor den Männern. Sie läuft für „ Free to run“ eine Initiative von Stephanie Case. Sie arbeitet bei der UN und unterstützt Frauen in Ländern wie Afghanistan oder Iran, in ihren Ländern zu laufen. Bisher ist dies in der Öffentlichkeit fast nicht möglich. Bei ihr und ihrem Freund Ali verbringen mein Kameramann Steffen Neupert und ich den letzten Tag. Wir essen, trinken Tee und ruhen uns aus: Mein Haus ist dein Haus. Gastfreundschaft wie in Tausend und einer Nacht. Ich danke den beiden und vielen anderen Iranern für unglaubliche Freundlichkeit.

Ende: Landeanflug Frankfurt.

Abwesenheitsnotiz: Der „feine“ Herr Fuchsgruber ist im Moment nicht zu erreichen. Er befindet sich, wie in der Lut Wüste bereits angekündigt, für drei Tage in seinem Kühlschrank. Versuche ihn zu erreichen sind fehlgeschlagen. Er hält die Tür von innen zu und lässt niemanden rein.

 

Sri Lanka Race 2016

Über 250km aus den Bergen durch den Dschungel, Reis- und Zuckerrohrplantagen bis zum Indischen Ozean.

Das bisher schwerste Rennen – ein Satz mit dem viele Berichte anfangen. Auch einige meiner Reportagen in den Laufmagazinen fingen damit an. Hier war es so – aus sehr traurigem Anlass. Eine Woche vor Abflug nach Sri Lanka hatten wir einen Termin im Genetischen Institut in Bonn wegen unserer Tochter Mara. Wir sind seit längerem auf der intensiven Suche nach dem Grund ihrer Entwicklungsverzögerung. Sie ist aus diesem Hintergrund bereits seit zwei Jahren in therapeutischen Maßnahmen. Die Ursache konnte erst nach wiederholtem und tiefergehendem Gentest gefunden werden. Mara hat einen Gendefekt, der sich gravierend auf ihre weiteren Entwicklungsmöglichkeiten auswirkt.

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2016 4Deserts Sri Lanka. High res website images. Photo: Myke Hermsmeyer / @mykehphoto / mykejh.com

Es war ganz bitter und mir am Anfang fast unmöglich darüber zu sprechen, da ich nie bis zum zweiten Satz kam – vor lauter Heulerei. Wäre auch seltsam wenn nicht. An Laufen und an einen Wettkampf war nicht zu denken. Ich wollte Sri Lanka absagen. Nach ein paar Tagen waren Ute und ich erst in der Lage in Ruhe zu reden. Bei dem Versuch sich dem Thema zu nähern, kamen wir stückweise zum Kern der Frage: wie gehen wir die nächsten Schritte für die Zukunft der Kleinen an und welche Haltung können wir dazu einnehmen? Hier stellte sich auch die Frage: Haltung – ab wann nimmt man eine Haltung ein? Um die Zukunft von Mara kümmern wir uns immer und seit langer Zeit therapeutisch intensiv.
Mara ist ja die Gleiche. Der Termin in Bonn brachte nur die Ursache hervor und veränderte das Thema Hoffnung bei uns. Die Haltung war auch klar: Aufstehen, die Krone der kleinen Prinzessin zurechtrücken, unsere auch und gemeinsam weitergehen. Haltung ab wann: sofort! Es braucht ganz wichtig die Zeit der Trauer und Tränen, aber es braucht auch eine Einstellung zu dem Unglück. Die wollen wir direkt beziehen. Nicht für andere. Nein, nur für unsere süße kleine Familie.
Somit tagt der Familienrat und verkündet: Vattern startet in Sri Lanka. Ich habe aber auch direkt gesagt: es kann passieren, dass ich während der Tage vor dem Rennen in Colombo den nächsten Flieger zurück nachhause nehme. Nicht,dass mich hier jemand dringend braucht…aber vielleicht brauche ich Mara! Ich blieb und stand pünktlich an der Startlinie.
Die 4desert Serie von RacingThePlanetist einer meiner absoluten Favoriten. Alles ist perfekt organisiert und wir kennen uns schon lange – ein wenig wie Familientreffen. Es gibt jedes Jahr vier Rennen in verschiedenen Wüsten z.b. Sahara, Gobi, Atacama oder Antarktis als Eiswüste. Dazu jeweils ein Roving Race d.h. ein wechselndes Rennen, das jeweils in einem Land stattfindet, in dem die 4deserts noch nie waren. Dieses Jahr die Insel Sri Lanka, 50km östlich vom Südzipfel Indiens.

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Tochter und Vater finishen gemeinsam: Jade und Paul Borlinha/Kanada 2016 4Deserts Sri Lanka. High res website images. Photo: Myke Hermsmeyer / @mykehphoto / mykejh.com

Es kommen 80 Läufer zu diesem 250km langen Lauf in 6 Etappen. Start ist auf 2000m Höhe in den Zentralbergen der Insel. Von dort führt der Kurs die ersten beiden Tage durch den Dschungel. Querbeet, teilweise auf allen Vieren. Vom „Course Making Team“ freigeschlagene Trampelpfade oder auch keine. Viel Wasser, Flussquerungen und Morast, die die Füße und Klamotten für den Rest der Woche nicht mehr wirklich trocknen lassen werden. Das campeigene Lazarett ist voll mit Fußkranken, da sich durch die Feuchtigkeit die Haut auflöst und Entzündungen kommen.
Es geht die ersten beiden Tage massiv bergab – Etappe 2 mit 2.200 Höhenmetern bergab und 1000 HM bergauf (Erholung!). Das Ganze auf 40 km Laufstrecke. Für mein ramponiertes und bereits repariertes Flachlandknieleider zuviel. Es streikt und ich muss es langsam angehen lassen. Platz 8 auf den ersten beiden Etappen und Entzündung im Knie. Diesen Fall hatten mein Doc Frank Schmähling und Physio Christian Bils bereits im Vorfeld skizziert und wir hatten einen Plan. Ich hatte meine Blackroll und ein Flossing Band mit. Die Blackroll musste ich immer suchen gehen, da es das meist verliehene Tool auf einem Ultra Race ever war. Die dazugehörigen Übungen und auch Instruktionen sowie Medikamente hatte ich im Kopf oder im Rucksack.
Klar bin ich der Läufer und mein Name und mein Gesicht stehen da, wenn es gut läuft und auch wenn es in die Hose geht. Ich kann es aber nur immer wieder sagen: Du bist und bleibst als Sportler verloren ohne ein gutes Team. Dies gilt für Frank und Chris, aber auch für meine Sponsoren, meine Familie, meinen Freund Jochen oder Vanessa und Natascha im Büro. Großer Dank gehört euch allen.
Am Tag 3 wurde es flach und endlich heiß. Sehr heiß und noch viel schwüler. Hier kam meine Zeit. Ich kann bei schwül auch nicht besser laufen. Aber mir ist es wurschddd. Ich denke nicht drüber nach sondern zieh meinen Stiefel durch. Kein besonderes Talent, sondern Erfahrung aus fast 3000 Wettkampfkilometern in Wüste und Dschungel. Im Vorhinein war es klar, dass ich in den Bergen nichts reißen kann und aufgrund des entzündeten Knies hatte ich nun auch eine Top 10 Platzierung als ausreichendes Ziel für mich formuliert. Allerdings mag ich es nicht, wenn ein Thema nicht „zuende diskutiert ist“. Ich kann’s nicht leiden. Ab Etappe 3 stellte sich die Frage, wozu es bei den Ergebnissen noch reichen kann, wenn ich angreife. Um mir zuhause die blöden Diskussionen mit mir selber zu sparen: „Vielleicht hätte es noch für Platz X gereicht, wenn du angegriffen hättest“ greife ich an. Alles andere ist Humbuk. Es ist nicht so ganz einfach mit dem entzündeten Knie. Ich kann nicht mehr stehenbleiben. Das macht es an den Checkpoints etwas schwierig mit dem Wassernachfüllen. Wenn ich stehenbleibe, hakt sich das Knie fest und ich muss erst mal über einen Kilometer humpelnd gehen, bevor ich dann humpelnd weiterlaufen kann. Der interessante Nebeneffekt ist, dass man über ein Stehenbleiben oder Gehen beim Rennen gar nichtmehr nachdenken muss.

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2016 4Deserts Sri Lanka. High res website images. Photo: Myke Hermsmeyer / @mykehphoto / mykejh.com

Das Rennen ist dann quasi vorbei. Vielleicht das Geheimnis meines Erfolges in Sri Lanka und eine neue Strategie. Es gibt viele Tiere zu sehen und man ist diesen auch manchmal näher, als einem lieb ist: betrifft vor allem die Schlange bei der die Sri Lankesen neben mir, wie versteinert mit hypnotischem Blick Richtung Reptil stehenblieben. Auch schöne, aber diebische Affen, Elefanten, Krokodile bei der kleinen Waschung im See (ich meine: meine), Warane in zwei Meter Länge oder Wasserbüffel begleiten meinen Weg. Es gibt viele Geschichten zu diesem Rennen zu erzählen. Wer mehr lesen will, kann dies in der Juniausgabe des Trailmagazines tun. Dank an Denis Wischniewski für die Zusammenarbeit zu diesem Rennen. Die Entscheidung zur Attacke hat sich am Ende gelohnt. Von Platz 8 in den ersten beiden Tagen kann ich mich bis zum Ziel am Indischen Ozean auf Platz 3 der Gesamtwertung vorarbeiten. Das ist für mich überraschend, da die Wüste mir deutlich mehr liegt als der Dschungel. Die Altersklasse gewinne ich. Für mich eh das Kriterium. Die beiden Gewinner in Sri Lanka sind erfahrene, schnelle Läufer mit diversen Podestplatzierungen bei großen Rennen, die mal gerade 25 Jahre jünger sind. Als ich diese Tage den Ergebniseintrag in der Statistik der Deutschen Ultramarathonvereinigung ( http://www.D-U-V.org) sehe, fällt mir das erste Mal in aller Konsequenz meine Altersklassenstatistik auf. Bisher war mir klar, daß ich allen wichtigen Rennen seit 2010 in den Top 4 gefinisht habe. Wenn man sich die Altersklasse anschaut, bin ich seit 2010 bei 10 großen internationalen Ultraläufen gestartet und habe acht Mal die AK gewonnen und zwei Mal Platz 2 nach Hause gebracht. Das ist ziemlich ok! Und jetzt ist auch wieder genug davon.
Mara ist meine ganz große Liebe und ich habe beim Rennen natürlich oft an sie gedacht. Vor allem in den vielen Stunden vor und nach dem Laufen. Zum Thema Haltung…egal ob im Leben, im Sport oder beim Thema Zukunft: ist was Grundsätzliches. Ich hab sie gefunden. Wir haben sie gefunden.

Mehr Infos unter http://www.4deserts.com


Fotos © http://www.4deserts.com/ Myke Hermsmeyer

Coming soon

Heimspiel, Heimspiel!

Poster Buchhandlung
In Kooperation mit der Buchhandlung am Markt und der Stadtbibliothek Hennef wird der nächste Vortrag in der Meys Fabrik in Hennef stattfinden. Karten für den 13. Januar gibt es bereits in der Buchhandlung für 10€ zu kaufen. Vielleicht auch ein nettes Weihnachtsgeschenk für Lauf- und Reisebegeisterte.
Ich werde über meine Läufe durch die Wüsten berichten, aber auch zu Trainings- oder Equipmentfragen Stellung beziehen. Es geht um Erfolg und Misserfolg oder Liebe und Krisen. Die Filme aus der Sahara oder dem australischen Outback werden wir für diesen Vortrag bearbeiten und auch neue Fotos und somit neue Geschichten in den Abend integrieren.

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Vortrag in der Meys Fabrik, Hennef (Sieg)

Vom Verdacht des Herzinfarktes mit Anfang 40 bis zum Gewinn des Ultra Desert Rennens in Namibia liegen zehn Jahre, in denen viel passiert ist. Überhaupt ist immer viel passiert…mein erster Job in Köln als Aktmodell, meine Jahre als DJ, letzte Woche haben wir das einzige Konzert der Band Coldplay dieses Jahr in Deutschland bei den Telekom Street Gigs durchgeführt. Es wird kein Jahresrückblick – keine Sorge – der Blick geht nach vorne zu den nächsten Rennen in Sri Lanka und Iran oder Namibia. Zurück schaue ich nur, wenn die Aussicht lohnt…könnte in diesem Fall lohnend sein.

Meine Premiere in Hennef am 13.01.2016, ick freu mir!

good news

Gute Nachrichten: ich habe einen neuen Rechner und interessanterweise finde ich auf dem im Moment viele alte neue Sachen. Bestes Beispiel der kleine Videoschnipsel. Ein Interview an der Startlinie am vorletzten Tag im Outback beim 520km Rennen in Australien. Wie man merkt und sieht bin ich schon etwas durch und erzähle entspannten Blödsinn. Das passiert beim anhaltenden Dauerlaufen schon mal.
Die letzten Vorträge und Veranstaltungen waren sehr schön. Am Wörthersee bei den Trailmaniaks haben wir uns sehr wohl gefühlt. Ute ist auch ne Runde mitgelaufen beim Wörtherseetrail. Die UNICEF Gala am Timmendorfer Strand war ein kleines Highlight. Gute Veranstaltung und wir hatten viel Glück mit dem Wetter für einige ausgiebige Spaziergänge an der Ostsee.
Neue Pläne sind gemacht. Der doppelte Bänderriss ist wieder ziemlich heil. Für wildes Gelände reicht es noch nicht, aber das Training hat letzte Woche begonnen. Ziel ist Sri Lanka mit http://www.4deserts.com im Februar. Aus den Bergen Sri Lankas über 250km durch Dschungel, entlang der Reisfelder über Stock und Stein Richtung Ziel am Strand des Indischen Ozeans. Klingt für mich erstmal sehr verlockend. Schauen wir mal was das Wintertraining bringt.
Nächster Vortrag ist am 2.11. in Mühlheim an der Ruhr im Rahmen der Literaturreihe „Herbstblätter“ (https://www.muelheim-ruhr.de/cms/herbstblaetter3.html) Die Tickets gingen schnell weg, aber wir stellen noch ein paar Stühle dazu und so gibt es am Montag an der Abendkasse noch Tickets zu kaufen.

Good news: I got a new notebook, where I find old and funny things, for example this short video. It’s an interview which was taken shortly before the start of the second last day of “The Track” through the australian outback. You can see who exhausted I was that’s why I started talking bullshit. That can happen during a 520k endurance race.
My last speeches and events were nice. We felt comfortable by the “Trailmaniaks” at the Wörthersee trail. My wife Ute ran one round at the Wörtherseetrail. The UNICEF gala by the Timmendorfer beach was a highlight. It was an awesome event and we were lucky with the weather, so we took a walk along the Baltic Sea.
New plans are done. Now I feel well after my double ligament rupture, but I am still in the healing process, so I am not ready for wild trails yet. But I already started with my training. The next Race takes place in February in Sri Lanka with http://www.4deserts.com. It is a 250km race which goes through the jungle, next to the rice fields to the beach at the Indian Ocean. Sounds great for me. Let’s see how well my winter training will be.
My next speech will be on the 2nd of November in Mülheim an der Ruhr, which fits into the series “Herbstblätter” (https://www.muelheim-ruhr.de/cms/herbstblaetter3.html) The Tickets were sold quickly, but we situate more chairs, so you can get tickets at the box office.

Rafael Fuchsgruber- finisht the Track im Outback Australiens

Allgemeine Presseinfo vom 20.05.2015

Deutschlands erfolgreichster Wüstenläufer Rafael Fuchsgruber (54) aus Hennef hat nach siebenmonatiger Verletzungspause ein beeindruckendes Comeback gelandet. Er finishte am vergangenen Wochenende im australischen Outback den weltweit längsten Etappenlauf in Eigenversorgung. Fuchsgruber landete nach neun Tagen und 520 Kilometern auf Platz 4

Track--V_Kronental-255 original 2Hennef, 20. Mai 2015. Am Ende fehlten Fuchsgruber lediglich sieben Minuten, um Platz 3 zu erreichen. Dennoch war der Ausnahmesportler drei Stunden schneller unterwegs als der letztjährige Extremlauf-Gewinner.

„Dadurch, dass die ersten fünf Läufer alle eine einheitliche Klasse hatten, waren die neun Tage ein Kopf-an-Kopf-Rennen bis zur letzten Etappe – spannend, nervenaufreibend und das Anstrengendste, was ich in den letzten zehn Jahren gelaufen bin“, so Fuchsgrubers Resümee nach seiner Rückkehr aus Australien.

Der Extremlauf führte von Alice Springs zum Ziel am Uluru (Ayers Rock). Die 22 Sportler aus zwölf Ländern liefen in Eigenverpflegung und hatten bis auf Wasser und

Zelt alles, was sie auf der Strecke benötigten, in ihrem Rucksack: Nahrungs-mittel, Schlafsack sowie eine Sicherheitsausrüstung.THE TRACK 2015 - 28 von 32Rafael Fuchsgruber führte als DJ und Konzertveranstalter ein extrem ungesundes Leben – bis er eines Tages mit Verdacht auf Herzinfarkt im Krankenhaus liegt. Danach krempelt er sein Leben um und beginnt mit Anfang Vierzig wieder zu laufen. Gerade mal drei Kilometer sind es im ersten Versuch. Heute ist er der erfolgreichste deutsche Extremläufer in den Wüsten dieser Welt.

In seiner Autobiografie „Running wild“ (erschienen im April im Delius Klasing Verlag), beschreibt Rafael Fuchsgruber sein Leben voller Extreme.

THE TRACK 2015 - 27 von 32

THE TRACK 2015 - 18 von 32Mit seinen Läufen unterstützt Fuchsgruber die Arbeit von Viva con Agua und Watoto. Infos: www.vivaconagua.org/run4wash und www.watoto.com

THE TRACK 2015 - 22 von 32THE TRACK 2015 - 24 von 32

THE TRACK 2015 - 6 von 32

(Alle Fotos: Vincent Kronental © canal-aventure)