Little Desert Runners Club

My Little Desert Runners Club for Namibia Mai 2017 – opening party today.

english version 146251914320160501Stage531058below.

Ich versuch es kurz zu machen. In einem Anfall von guter Laune hatte ich in einer TV Sendung Anfang der Woche meine Idee öffentlich gemacht und angefragt, ob jemand Lust hat nächstes Jahr mit auf einen großen Wüstenlauf zu kommen. Ich werde mein 10jähriges Wüstenultralaufjubiläum feiern. Danach explodierte mein fb Postfach. Ich kam abends vom Yogern nach Hause und normalerweise gehe ich nach Yoga direkt ins Bett. Diesmal habe ich über 2h lang Mails beantwortet. Vollkommen unverhofft und Hurra! Diese Woche habe ich mich dann mal drum gekümmert. Mit relevanten Partnern bundesweit über Promokooperationen gesprochen. Es wird einiges passieren. In HH noch eine der drei großen TV Talkshows genutzt (über die ich noch nicht sprechen darf – Ausstrahlung Juli) und mit Philipp Jordan ein Podcast für Fatboysrun gemacht. Bei einem anderen Podcast mit Philipp war diese Idee vor einem halben Jahr entstanden. Er wird mitlaufen und der Podcast wird unseren Desert Runners Club bis zur Finishline begleiten.

ABER was alle mehr interessiert: Was‘ los? Hier mein ganz persönlicher Aufruf an alle: Wer hat Lust mich vom 30.4 – 6.5.2017 in Namibia zu begleiten? Wir laufen 250km in einer der schönsten Wüsten dieser Welt – der Namib Desert. Wir laufen pro Tag knapp 40km plus eine lange Etappe 70/80km – dafür haben wir aber zwei Tage Zeit. Wir leben im Camp in Zelten. Morgens um 8.00 Uhr ist Start und bis ca 18.00 müssen alle im Ziel sein. Das heißt ihr habt bis zu 10h Zeit die Strecke von ca 40km zu meistern. Wir laufen in Selbstversorgung. Checkpoints gibt jeweils nach 10km. Dort gibt es frisches Wasser und einen Doc, falls benötigt. Die Temperaturen waren in diesem Jahr an den ersten Tagen recht übersichtlich mit ca 25°. Danach wurde es heißer. Ziel ist das Camp, das morgens während unserem Lauf abgebaut wird und am Ziel wieder aufgebaut ist. Mitmachen kann jeder im Alter von 21 – 70 Jahren. Einzelfälle, die davon abweichen, können besprochen werden. Voraussetzung ist Gesundheit und Lauferfahrung. Wobei ich in den letzten 10 Jahren genügend Teilnehmer habe finishen sehen, die vorher noch keinen Marathon gelaufen sind – aber regelmäßig trainiert haben.

lcP1Hl6Der „Little Desert Runners Club“ ist ein loser Zusammenschluss von Läufern, deren unabänderlicher Wille sie zu diesem Wahnsinn treibt. Ich bin keine Agentur, ich bin kein Reisebüro und schon garnicht der Veranstalter des Rennens. Ich bin 10 Jahre Wüsten gelaufen und nun ist der richtige Zeitpunkt etwas zu ändern. Viele haben mich über die Jahre angesprochen, dass sie die Wüstenläufe aufregend finden und gerne starten würden – aber sich nicht trauen. Das kenne ich gut – genau so ging es mir 2006 als ich das erste Mal Fotos von einem Lauf sah. Also machen wir was draus – gemeinsam. Ich habe gerade die fb Gruppe „Little Desert Runners Club“ gegründet. Dort werden wir über alle Themen dieses Wüstenlaufes kommunizieren. Ich stell‘ all mein Wissen zur Verfügung über Training, Equipment, Ernährung, Gesundheit/Trinken in der Wüste/Blasen an den Füßen oder Gamaschen gegen den Sand. Ich kann aber bestimmte Dinge nicht leisten… wie Trainingspläne schreiben oder mehr. Ich werde selber in Namibia laufen. Ob sich Teams finden werden, sehen wir. Jeder kann solo laufen. Teams müssen bei dem Rennen gemeinsam als Gruppe starten, laufen, ankommen. Das Rennen wird von www.4deserts.com organisiert. Heißt Sahara Race 😉 in Namibia, da es im Moment in Nordafrika aus Sicherheitsgründen nicht stattfinden kann. Namibia ist sicher: kein Terror, kein Gelbfieber… kein Stress. Neben ein wenig Erfahrung und großer Lust und Willen bedarf es einiger Notwendigkeiten: Ihr braucht vor dem Start die schriftl. Bestätigung eines Arztes, dass ihr gesund seid. Bitte beachtet die Regularien auf der Seite bei 4deserts. Ich bin oft mit ihnen gestartet und wie einige auch wissen, bin ich der Repräsentant für den deutschsprachigen Raum für 4deserts. Es ist lt. TIME Magazin die erfolgreichste 146251849420160501Stage530912Wüstenlaufserie der Welt mit 5 Rennen pro Jahr in versch. Wüsten der Welt. Schaut euch bitte auch die Kosten genau an. Wie z.b. auch beim Marathon des Sables sind bei 4deserts relativ hohe Startgebühren fällig. Sicherheit, Logistik, ärztliche Versorgung in der Wüste sind sehr aufwendig – Personal nicht vorhanden und muss eingeflogen werden. Die Startgebühr beträgt 3.290,- € ( Umrechnung Stand heute bei US $ 3.700,- Startgeld). Hotel vorher/nachher und alles andere ist darin enthalten. Der Flug ist on top. Frankfurt – Windhuk gibt es mit einem Stop over ab € 530,-.

So! liebe Leute …genau so war es bei mir in 2006 als ich beschlossen hatte den Marathon des Sables 2007 zu starten. Vor lauter Schreck über meinen mutigen Entschluss bin ich eine Woche später den Röntgenlauf als ersten Ultra meines Lebens gelaufen. Nach all den Infos – wer jetzt immer noch dabei ist, meldet sich und kommt rüber in die Gruppe. Vieles ist noch nicht ganz fertig konzipiert, was auch schön so ist, aber ich hab jetzt schon mächtig viel Spaß an dem kleinen Club. Ich freu‘ mich …und ich freu’mich gern.

 

engl version…that‘s too long to translate…At the beginning of the week I announced at a TV show, that I will build up a team for Namibia May 2017. This race will be my next one and my 10 years anniversary in ultra-distance races in the desert. We are joining the Sahara Race of the 4desert series www.4desert.com . Meanwhile the response in Germany is so terrific that I established the „little desert runners club“ to get all the runners together in one group – can be found in fb under “little desert runners club”. Most of the members will be German speaking runners from Germany, Austria and Switzerland but everybody is welcomed. If you are interested in the group join us or write me an email. To get more information about the 4desert races visit the website www.4deserts.com or contact the local representative of the agency in your country.

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Tausend und eine Nacht und noch mehr Freundschaft

Hier schon mal vorab ein Kurzbericht über das Rennen im Iran, ein ausführlicher Bericht wird folgen.

Schon mal 180 Kilometer bei 55° gelaufen? Ich bin auf dem Weg zurück vom ISRU Race. Fakten: Iranian Silk Road Ultramarathon im Iran entlang der historischen persischen Seidenstraße. Strecke: 180 oder 250 Kilometer in 5 Etappen in der Lut Wüste. Wir haben IMG_5074 (2)vorsommerliche 55° in der Luft und 65° am Boden, auf dem wir schlafen. Gummibärchen schmelzen, Kameras und Fotoapparate schalten sich ab, meine Einlegesohlen lösen sich in ihre einzelnen Bestandteile auf. Ich mich auch. So in etwa war es geplant. Das Rennen am heißesten Ort der Erde – Weltrekordtemperatur letztes Jahr 70,7°. Wir trinken zwölf Liter Wasser am Tag…oder mehr. Tee kann ohne Kocher zubereitet werden. Teebeutel einfach rein ins Wasser – fertig. Alles heiß. Ab und an gibt es kaltes Wasser aus einem Kühlwagen, der irgendwo außerhalb der Wüste auf einer Straße steht. Kommt eine Ladung mit einem Geländewagen an spricht sich das in Sekunden rum und alle rennen los zum Hospitalzelt: Wasserausgabe! Kalt! Das Rennen ist eine Erstausgabe. Vom Veranstalter perfekt organisiert und die freundlichste Local-Crew, die man sich vorstellen kann. Es hat alle Voraussetzungen ein Klassiker in dieser Szene zu werden. Ich hasse Rankings aber schon jetzt eins der härtesten Rennen in dieser Welt. Mohamad Ahansal, der mit seinem Bruder Lahcen der beste Wüstenläufer aller Zeiten ist, startet die 250 Kilometer Variante. Ich die „kurze“ mit 180 Kilometern, da mein Knie seit dem Rennen in Sri Lanka vor acht Wochen nicht heile wurde und ich auch nicht wirklich trainieren konnte.

5I3H0526Mohamad und ich kennen uns seit genau zehn Jahren. Ich bin meinen ersten Wüstenlauf in seiner Heimat Zagora/Marokko gestartet. Er war mit seinem Bruder Veranstalter des Rennens. Wir trafen uns immer wieder seit dem – zuletzt im Dezember hier bei mir. Das Rennen ist hart und wenn Mohamad als Sohn der Wüste den iranischen Medien berichtet, dass die Hitze enorme Probleme bereitet, dann will ich gar nicht erst davon anfangen. Mohamad gewinnt natürlich die 250 Kilometer Variante und ich etwas unerwartet die 180 Kilometer Version. Den einmaligen Versuch dem Chef in der Wüste zu folgen, musste ich allerdings nach 20 Minuten abbrechen, sonst wäre der Tag für mich vorbei gewesen. Andere Liga des Laufens oder besser gleich: anderes Universum.

IMG_5243 (2)Er kommt gerade aus seinem Trainingslager in Marokko, wo er interessierte Läufer für die Wüste trainiert. Eine hervorragende Idee, wenn man sich dem Thema Wüstenlauf nähern will. Infos unter www.ahansal.com. Ich treffe einige Läufer aus dem Libanon hier im Iran. Irgendwie hat es die Runde gemacht, dass ich im November den Beirut Marathon laufen werde. Imad und Moustafa lerne ich kennen und die Einladungen stehen: My house is your house! Wahrscheinlich werde ich mit leckerem orientalischen Essen bis oben abgefüllt an einem Sonntagmorgen im November an der Startlinie in Beirut stehen. Gastfreundschaft geht vor guter Marathonzeit . Selbstverständlich! Hier und an allen Orten dieser Welt gilt: Laufen ist mehr als…Laufen!

Der ISRU ist die erste Sportveranstaltung seit 38 Jahren im Iran bei der Frauen und Männer gemeinsam starten. Wir lernen gleich zu Anfang Mahsa Torabi aus Teheran kennen. Sie ist zwei Wochen vor diesem Lauf den ersten internationalen Marathon in Shiraz gelaufen. Das erste Mal, dass im Iran eine Frau startete – wenn auch drei Stunden vor den Männern. Sie läuft für „ Free to run“ eine Initiative von Stephanie Case. Sie arbeitet bei der UN und unterstützt Frauen in Ländern wie Afghanistan oder Iran, in ihren Ländern zu laufen. Bisher ist dies in der Öffentlichkeit fast nicht möglich. Bei ihr und ihrem Freund Ali verbringen mein Kameramann Steffen Neupert und ich den letzten Tag. Wir essen, trinken Tee und ruhen uns aus: Mein Haus ist dein Haus. Gastfreundschaft wie in Tausend und einer Nacht. Ich danke den beiden und vielen anderen Iranern für unglaubliche Freundlichkeit.

Ende: Landeanflug Frankfurt.

Abwesenheitsnotiz: Der „feine“ Herr Fuchsgruber ist im Moment nicht zu erreichen. Er befindet sich, wie in der Lut Wüste bereits angekündigt, für drei Tage in seinem Kühlschrank. Versuche ihn zu erreichen sind fehlgeschlagen. Er hält die Tür von innen zu und lässt niemanden rein.